Brandschutz in Garagen mit Elektroautos

Brandschutz für Garagen mit Elektroautos

Steigende Anzahl von Elektroautos und spektakuläre Brände. Wir blicken auf den Brandschutz für (Tief-)Garagen.

27 September 2021 Fire Safety

Der Brandschutz für (Tief-)Garagen ist aktuell durch die steigende Anzahl von zugelassenen Elektrofahrzeugen (+188,5 Prozent im 1. Halbjahr 2021)1 wie auch durch das Klimaschutzziel bis 2030 zehn Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen immer wieder im Gespräch. Zudem sehen wir in den Medien spektakuläre Bilder und Videos von brennenden E-Autos, die manchen Menschen zweifeln lassen an der Sicherheit der Elektroautos. Die hitzige Diskussion ging so weit, dass zeitweise die Gemeinden Kulmbach und Leonberg ihre Parkhäuser für Elektroautos sperrten.

Sind Elektrofahrzeuge brandanfälliger?

Aus brandschutztechnischer Sicht gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass die Brandgefahr bei Elektrofahrzeugen höher ist als bei klassischen Verbrennerfahrzeugen. Auch schon allein deshalb, weil jedes batteriebetriebene Auto genauso wie ein Verbrenner die gesetzlichen Zulassungsanforderungen erfüllen muss. Dadurch ist bereits ein hohes Maß an Sicherheit gegeben.2 Generell können sich Fahrzeuge aller Antriebsarten infolge von Defekten wie mechanische Beschädigung, elektrische Fehler oder auch thermische Einwirkungen entzünden. Beschädigte Autos, aber auch defekte E-Bikes sollten nie in Tiefgaragen und Parkhäusern abgestellt werden. Das dient der Brandprävention.

E-Auto Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Batterien

Gefahr durch Rauchgase

Die Probleme bei Fahrzeugbränden in Garagen sind bei allen Fahrzeugtypen nahezu identisch: Die verbauten Kunststoffteile setzen bei der Verbrennung giftige Rauchgase frei und es entstehen sehr hohe Temperaturen. Da die aktuellen Autos tendenziell alle eher größer werden und somit auch mehr Kunststoffteile verbaut werden, ist das Ausmaß eines Brandes größer als noch vor 20 Jahren. Giftige Rauchgase wie auch hohe Temperaturen erschweren der Feuerwehr den Zugang zum Brandort. Das Löschen gestaltet sich schwierig.

Räume überwachen, Löschsysteme installieren

Hier setzt der anlagentechnische Brandschutz an. Eine gut geplante, effektive Entrauchung gewährleistet den Einsatzkräften sowohl einen besseren Zugang als auch eine bessere Orientierung am Brandort. Ein zügiger Löschangriff bringt Vorteile und Kostenersparnis. Im besten Fall verhindert er unkontrollierte Brandausbreitung, Gebäudeschäden sowie eine daraus resultierende Sanierung. Außerdem wird die aufwendige Löschabwasserentsorgung minimiert.

Immobilieneigentümern und Garagenbetreibern empfehlen unsere CWS Fire Safety-Experten, auch automatische Löschsysteme in Betracht zu ziehen. Beispielsweise tragen Sprinkler- oder Wassernebel-Löschanlagen dazu bei, die Ausbreitung etwa eines Akkubrandes auf andere Gebäudeteile zu unterbinden. Solche Löschsysteme werden individuell für die jeweilige Garage konzipiert. Sofern Löschsysteme nicht bereits über das Brandschutzkonzept vorgeschrieben sind, lassen sie sich nachrüsten. Gleiches gilt für Brandmeldeanlagen. Wir raten, geschlossene Garagen mindestens mit Rauchmeldern auszustatten. Gut ausgebaute, ständig freigehaltene Angriffswege für die Feuerwehr sollten selbstverständlich sein.

Sprinkleranlage Wasserlöschanlage

Wasser ist das Löschmittel der Wahl

Beim Brand von E-Autos gilt nach wie vor: Wasser ist das Löschmittel der Wahl. Die Feuerwehr braucht es in großen Mengen zum Herunterkühlen der Speicherzellen. Dies verhindert das thermische Durchgehen der Batterien. Dieser sogenannte Thermal Runaway entsteht, wenn bei einem Brand im Inneren des Akkus durch das Überspringen von Funken von einer Teilzelle zur nächsten bis zum Zehnfachen der elektrischen Ladung als Wärme freigesetzt wird. Der Brand droht außer Kontrolle zu geraten.

Die Feuerwehren verwenden für den Löschangriff spezielles Equipment, um den besonderen Anforderungen Rechnung zu tragen. In den E-Autos selbst liegen die Batteriepakete meistens im Unterboden. Verstärkte Rahmen bewahren bei Unfällen vor Beschädigung und Verformen. Im Brandfall gilt es, Löschwasser schnell an den Unterboden zu bringen. Manche Fahrzeuge sind seitens der Hersteller mit einer Art Einfüllstutzen für Löschwasser ausgestattet. Ausreichend Wasser ist deshalb ein zentrales Element der Brandschutzplanung für Parkhäuser und Tiefgaragen.

Brandschutzvorgaben beachten

Ladestationen für E-Autos in Garagen sind grundsätzlich erlaubt. Die Landesbauordnungen sind beim Einbau zu beachten. Außerdem macht die Leitungsanlagen-Richtlinie brandschutztechnische Vorgaben zum Verlauf von Elektroleitungen in Rettungswegen sowie Decken und Wänden. Um Überspannung und damit das Brandrisiko zu verhindern, sollte geprüft werden, ob die Anschlussleistung und das Stromnetz für die Ladestation ausreichen. Eine Überspannungsschutzvorrichtung leistet gute Dienste. Ladestationen für Elektrofahrzeuge sollten in der Nähe von Ein- und Ausfahrten eingerichtet werden. Dies erleichtert nicht nur die Entrauchung, sondern der Feuerwehr, das Löschen und Abschleppdiensten die Arbeit.

Tipps für Besitzer von E-Autos und E-Bikes

Besitzer von E-Autos und E-Bikes können zur Brandprävention beitragen.

  • Keine defekten E-Autos oder E-Bikes in Garagen parken.
  • Nutzen Sie nur original und intakte Ladekabel, diese sind für die Dauerbelastung geeignet.
  • Legen Sie Lithium-Ionen-Akkus von Fahrrädern beim Laden auf eine nicht brennbare Unterlage z. B. Steinboden mit genügend Freifläche herum.

Fazit zum Brandschutz für Garagen mit Elektroautos

Brandschutzexperten, Feuerwehren und Versicherer sind sich weitestgehend einig, dass die allgemeine Brandgefahr von Elektroautos nicht höher zu bewerten ist als von Verbrennnerfahrzeugen. Die Sicherheitstechnik von E-Autos erkennt eventuell auftretende Probleme in der Hardware oder der Ladeinfrastruktur und kann diese abschalten. Ein Überladen der Batterie sowie die Bildung entzündlicher Gase werden so wenig wahrscheinlich. Betreiber von Parkhäusern und Tiefgaragen können ihrerseits durch anlagentechnische Vorkehrungen den Brandschutz optimieren. CWS Fire Safety unterstützt Sie dabei gerne.

Haben Sie noch Fragen zum Umgang mit Lithium-Batterien oder Brandschutz für Garagen?

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