Löschdecke – der sichere Helfer?

Eine Löschdecke zu nutzen ist nicht immer sinnvoll. Erfahren Sie mehr zu Fettbrand, Personenbrand und Entstehungsbrände.

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25 Januar 2022 Fire Safety

Löschdecken, oft auch Brandschutzdecken oder Feuerlöschdecken genannt, sind in vielen Haushalten oder im Betrieb vorhanden. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Löschdecke nicht geeignet für die wirksame und effektive Bekämpfung von Speiseöl- und Speisefettbränden. Auch gibt es große Bedenken der Tauglichkeit für Personenbrände.

Erfahren Sie, 

  • was generell bei der Löschdecke zu beachten ist.
  • wann Löschdecken sinnvoll sind.
  • wann und wo Löschdecken noch zulässig sind.

Was sind Löschdecken?

Löschdecken bestehen aus einem feuerfesten Material, oftmals sind sie aus Glasfasergewebe. Mit einer Löschdecke können kleine Entstehungsbrände durch Sauerstoffentzug erstickt werden. Löschdecken müssen der DIN EN 1869 entsprechen. Mittlerweile gibt es Löschdecken in Baumärkten, Möbelhäusern oder natürlich online zu erwerben. Löschdecken kosten zwischen 8 und 20 Euro. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen, für Entstehungsbrände werden meisten die Größen von ca. 100 x 100 cm bis ca. 160 x 180 cm genommen. Löschdecken sind nur für den einmaligen Gebrauch gedacht, nach Benutzung müssen sie entsorgt werden.

Die Löschdecke selber ist in einer signalroten Aufbewahrungstasche oder Kasten verstaut. Auf der Tasche oder im Kasten ist jeweils die Bedienungsanleitung zu finden. Die Aufbewahrungstaschen haben meist zwei Ösen, damit die Löschdecke direkt in Gefahrennähe aufgehängt werden kann und somit schnell einsatzbereit ist.

Tipp: Bei der Auswahl der passenden Löschdecke, sollte eine Größe gewählt werden, die den potenziellen Brandherd komplett abdecken kann, es darf kein Sauerstoff mehr an den Brandherd kommen. Zudem empfiehlt es sich nur Löschdecken zu wählen, die einen extra Schutz für die Hände haben.

Löschdecke in der Tasche zum aufhängen.

Korrekte Benutzung einer Löschdecke

  1. Löschdecke (an den Bändern) aus der Verpackung ziehen.
  2. Hände in die Ecktaschen der Löschdecke stecken oder die Ecken der Löschdecke um die Hände drehen.
  3. Aufgefaltete Löschdecke mit ausgestreckten Armen nach oben (Schutz des eigenen Körpers) hochhalten und auf den Brandherd zugehen.
  4. Löschdecke zügig auf den Brandherd legen. Die Löschdecke sollte rundherum kurz angedrückt werden, damit der Brandherd luftdicht abgeschlossen wird.
  5. Löschdecke liegen lassen auf dem Brandherd, da eine Rückzündung entstehen kann. Feuerwehr rufen oder warten bis der Brandherd erkaltet ist und erst dann die Löschdecke entfernen und entsorgen. 

Löschdecken im Betrieb

Fettbrandlöscher

Betriebe, in welchen im Brandschutzkonzept noch Löschdecken enthalten sind, sollten prüfen, in wieweit ein Austausch erfolgen kann.

Löschdecken sind NICHT für das Löschen von Speiseölen und –fetten sowie für Personenbrände geeignet.

Sollten Sie für diesen Zweck noch Löschdecken im Betrieb im Einsatz haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu Ihrem Brandschutzverantwortlichen auf oder melden Sie sich bei uns. Für diese Bereiche gibt es geeignete Feuerlöscher, die auch den „Stand der Technik“ entsprechen. Anzahl und Art der Feuerlöscher werden in der Gefährdungsbeurteilung geregelt.

Qualität von Löschdecken

Löschdecken müssen der DIN EN 1869 entsprechen. Auf Löschdecken ist oftmals der Hinweis zu finden, dass sie für Speisefettbrände oder Personenbrände genutzt werden können. Die Löschdecken bestehen zwar aus einem feuerfesten Material. Dennoch haben Tests gezeigt, dass die Qualität des Materials unterschiedlich ist und somit der Einsatz gefährlich werden kann.

Leider kann man erst nach dem Einsatz der Löschdecke feststellen, ob die Qualität ausreichend war. So sind von außen betrachtet keine Qualitätsunterschiede für den Laien erkennbar. Problematisch ist dies vor allem beim Löschen von Speiseöl- oder Speisefettbränden.

Problem bei Bränden von Speiseöl und Speisefett

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Wird das Speiseöl oder Speisefett in der Küche im Topf zu heiß, führt dies zur Selbstentzündung. Bei Rapsöl liegt der Flammpunkt z. B. bei ca. 230 Grad. In der Folge entstehen schnell Temperaturen von bis zu 300 Grad und es kann zu einer sehr gefährlichen Entzündung außerhalb des Topfs kommen.

Das Problem bei diesen Temperaturen ist folgendes:

  1. Das Fett bzw. Öl im Topf fängt an zu brennen.
  2. Die Löschdecke wird luftdicht über den Topf gelegt.
  3. Bei Löschdecken von schlechter Qualität entweichen die Giftgase aus dem Topf durch die Decke an die Oberfläche.
  4. Diese Giftgase entzünden sich aufgrund der hohen Temperatur oberhalb des Topfs, also auf der Außenseite der Löschdecke.
  5. Eine hohe Stichflamme entsteht und der Brandherd vergrößert sich. In so einer Situation hilft nur noch ein Fettbrand-Feuerlöscher bzw. die Feuerwehr zu rufen, andere und sich selbst aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Tipp: Deswegen empfehlen wir Privat-Haushalten, keine Löschdecken für Brände mit Speiseöl oder Speisefett zu nutzen. Hier hilft nur ein Fettbrandlöscher! Der Fettbrandlöscher verursacht zwar mehr Dreck, aber der Brand kann gezielt und sehr schnell gelöscht werden, was letztendlich den Schaden minimiert. Auf KEINEN Fall Wasser zum Löschen benutzen! Beim Löschen mit dem Fettbrandlöscher, sollte die Löschpistole so nah wie möglich in den Topf gehalten werden, um den Brandherd direkt auszuschalten.

Übrigens: In Betrieben ist der Fettbrandlöscher für Küchen vorgeschrieben, eine Löschdecke ist nicht zulässig!

Löschdecke für Personenbrände – besser nicht!

Glücklicherweise kommen Personenbrände selten vor, trotzdem sollte man sich darüber Gedanken machen, wie in so einer Situation gehandelt werden sollte. Leider sieht man auf der Verpackung von Löschdecken immer noch die Information, dass diese auch für Personenbrände geeignet sind.

Personen die brennen, laufen panisch durch die Gegend, schon nicht einfach die Person in die Löschdecke eingewickelt zu bekommen. Zudem müsste die Löschdecke, damit kein weiterer Sauerstoff an die Flammen kommt, angedrückt werden. Beim Andrücken der Löschdecke, werden brennende Stoffteile auf die Haut gepresst und führen zusätzlich zu schweren Brandverletzungen. Ein Feuerlöscher (egal mit welchem Löschmittel) ist immer besser als eine Löschdecke bei Personenbränden. Bei der Handhabung mit einem Feuerlöscher sollte folgendes beachtet werden:

  1. Mindestabstand zur brennenden Person von ca. 2 m einhalten.
  2. Das Gesicht der brennenden Person NICHT mit dem Löschmittel besprühen.
  3. Den Löschstrahl auf den Oberkörper (Brust- und Schulterbereich) richten, so können Hals und Kopf vor hochschlagenden Flammen geschützt werden.
  4. Dann den Löschstrahl am Körper der brennenden Person von oben nach unten, also vom Schulterbereich bis zu den Füßen führen.
  5. Anschließend den Notarzt rufen und bei der Person bleiben.
  6. Den Feuerlöscher von einer Brandschutzfirma wieder auffüllen lassen, nicht an den Feuerlöscherplatz zurückhängen!

Einsatzbereiche für die Löschdecke

Nun stellt sich die Frage, wann ist eine Löschdecke überhaupt sinnvoll?

  1. Löschdecken können bei sehr kleinen Entstehungsbränden genutzt werden, z. B. bei Kerzendekorationen (Adventskranz), bei Arbeiten in einem Labor oder bei Küchengeräten, die plötzlich qualmen oder Feuer gefangen haben (sofort Stecker ziehen!).
  2. Löschdecken können gut als Brandschutzprävention genutzt werden, z. B. wenn Schweißarbeiten durchgeführt werden, können so umliegende Gefahrenquellen abgedeckt und bestmöglich geschützt werden.
Löschdecke für Unternehmen im geschlossenem Kasten
Löschdecke für Unternehmen im geöffneten Kasten

Häufige Fragen und Antworten zur Löschdecke

1. Muss eine Löschdecke gewartet werden?

Nein, Löschdecken unterliegen keiner Wartungs- oder Prüfungsvorgabe

2. Ergibt es Sinn eine Löschdecke für die Küche zu kaufen?

Ja, es ist sinnvoll. Bedenken Sie aber, für Speisefett- oder Speiseölbränden sollten Sie keine Löschdecke benutzen, da helfen nur Fettbrandlöscher. Sollten kleine Elektrogeräte in der Küche anfangen zu qualmen oder Feuer zu fangen, ist die Löschdecke eine gute Wahl.

3. Sind Löschdecken für Personenbrände geeignet?

Löschdecken sollten NICHT für Personenbrände genutzt werden. Zum einen ist es schwierig, die brennende Person in die Löschdecke eingewickelt zu bekommen, zum anderen wird der Person so zusätzliche Brandverletzungen hinzugefügt. Besser ist ein Feuerlöscher.

4. Haben Löschdecken ein Verfallsdatum?

Ein Ablaufdatum haben Löschdecken nicht. Nichtsdestotrotz, kann das Material (auch abhängig von der Umgebungssituation) irgendwann nachlassen. Da Löschdecken ziemlich günstig sind, ist es sinnvoll diese nach mehreren Jahren auch mal auszutauschen.

5. Was löscht man mit einer Löschdecke?

Löschdecken sind für kleine Entstehungsbrände gedacht, beispielsweise eine Kerzendekoration, eine Küchenmaschine, der Papierkorb oder ähnliches.

Fazit zu Löschdecken

Löschdecken sind grundsätzlich eine gute Erste Hilfe, um kleine Brände zu löschen. Auch als  Brandschutzprävention, bei Schweißarbeiten oder ähnlichem, können umliegende Gegenstände geschützt werden. Bei Speisefett- und Speiseölbränden sollte besser ein Fettbrandlöscher genutzt werden. Bei Personenbränden ist immer ein Feuerlöscher besser als eine Löschdecke.

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben und sich mit der Thematik Löschdecke auseinandersetzen. Wir hoffen, Sie kommen nie in die Situation, dass Sie eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher im Ernstfall nutzen müssen. Wenn doch, sind sie jetzt bestens vorbereitet!

Haben Sie Fragen zur Löschdecke oder benötigen ein Angebot zu Feuerlöschern? Dann schreiben Sie uns!

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